Pfahlgründung am Petersilienwasser

(c) Frank Bertram
Pfahlgründung auf der Baustelle am Petersilienwasser.

Nein, nach Wasser oder Wertvollerem bohrt die EWG am Petersilienwasser mitten in Einbeck nicht. Auch wenn die schweren Bohrgerätschaften, die auf dem Areal zum Einsatz kommen, auf dem die zwei City-Wohnhäuser gebaut werden, für den Laien auf den ersten Blick so aussehen mögen. Die Bauarbeiten sind aufwändig, der Baugrund ist sensibel, er muss verbessert werden. „Der tragfähige Baugrund beginnt erst in einer Tiefe von sechs bis zehn Metern, wir haben hier am Petersilienwasser einen relativ schlechten Baugrund“, sagt Architekt Marco Evers. Notwendig ist nach Auskunft des Bauherrn deshalb eine Pfahlgründung aus Betonsäulen, welche die Verbindung zwischen dem tragfähigen Untergrund in bis zu zehn Metern Tiefe und der in den nächsten Tagen folgenden Fundamentsohle für die zwei Häuser herstellen. Die EWG hat damit die Firma Jacbo beauftragt, ein niederländisch-deutsches Spezialunternehmen für Tiefgründungen und verschiedene Bohrpfahlausführungen. In Einbeck kam die so genannte Vollverdrängertechnik zum Einsatz. Die Bohrarbeiten in zwar lauter, aber erschütterungsfreier Technik konnten ohne Unterbrechungen an zwei Tagen kompakt durchgeführt werden. Immerhin waren 130 Pfähle mit einem Durchmesser von jeweils 30 Zentimetern ins Erdreich zu treiben.

Wo die Pfähle in die Erde gebohrt werden mussten, hatte per GPS ein Vermessungsingenieur der Firma Jacbo zuvor eingemessen und mit kleinen Bändern auf dem Boden markiert.  Das schwere Bohrgerät führte jetzt die eigentlichen Bohrungen durch: Der Verdrängungskörper wurde über dem Messpunkt ausgerichtet und mit hoher Einbringkraft und großem Drehmoment in den Boden gedreht. Durch eine unten am Bohrrohr angebrachte, so von den Fachleuten bezeichnete konische verlorene Spitze und einen anschließenden kurzen Schneidkopf wird der Boden vollständig verdrängt. Es wird dabei kein Bohrgut gefördert, der Schneidkopf presst das zu verdrängende Erdreich seitlich in den anstehenden Boden. Die Pfahllänge kann bis zum Abschluss der Bohrung an die Baugrundverhältnisse angepasst werden, erläutern die Experten. Beim Hochziehen des Bohrers wurde der Beton von einer Betonpumpe in den Pfahl eingebracht, im Boden entsteht eine Säule. Der Betondruck wird permanent kontrolliert und registriert. Das Jacbo-Team besteht aus Spezialisten, die in ganz Europa von Baustelle zu Baustelle reisen, um dort Pfahlgründungen in verschiedenen Techniken auszuführen.

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